Don’t be a manhole

Einer der entscheidenden Gründe, warum das Leben in New York City so vibriert: Es könnte jeden Moment zuende sein. Also, das Leben. Sicher — im Post-Bloomberg-NYC gibt es längst nicht mehr so viele Morde wie in den guten alten Zeiten, als Martin Scorsese noch seine Eltern in Filmen besetzte, als der Times Square noch der Vorhof eines Freiluftbordells war, Wildpinkeln hingegen noch keine unverzeihliche Sünde.

Aber keine Bange: New York wird nie wirklich sicher und langweilig werden. Auch heute noch kann Dich ein tiefgefrorenes Würstchen erschlagen, wenn es zur rechten Zeit vom Sims des 48. Stockwerks eines High-rise fällt. Eine schlecht befestigte Klimaanlage auf dem vierten Stock erfüllt den gleichen Job – zuverlässig. Wenn Du aber spektakulär nach New Yorker Art abtreten willst, schau nach einer Manhole Explosion.

Gerade ist wieder Saison für dieses urbane Schauspiel. Der Schnee schmilzt und schwemmt Salz, Schmutz und hot dogs in die Kanalisation – respektive in die Unterwelt. Plötzlich fängt ein Abwasserschacht Feuer – jedes Jahr passiert das einige Hundert Mal. Und wenn kein braver maintenance worker den Gullideckel abnimmt, explodiert das Ganze gerne Mal und zerschmettert die Fensterscheiben in der Nachbarschaft . Ganz abgesehen vom Gullideckel, der als unwahrscheinlich massives Geschoss durch die Straße fliegt. Wer ihm in den Weg kommt, hat nicht mal Zeit für ein „Oh, shit!“

Die Medien mögen etwas von korrodierten Kabeln oder Gaslecks schreiben. Doch die Wahrheit ist: Unterhalb der glattgeleckten Oberfläche der Wall Street, von 30 Rock und Macy’s, da brodelt ein Vulkan, den kein Tourist je sehen wird. Er schlummert tief in den Herzen der New Yorker selbst. Und ab und an bricht er aus.

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