Englishman in New York

Die beste Empfehlung ist: Wenn Du nach New York kommst, sei Millionär. Dreistelliger. Damit kannst Du Dir eine tolle Wohnung kaufen und bist immer noch nicht so ein douchebag wie ein billionaire. Der zweitbeste Ratschlag ist: Sei Engländer.

Eigentlich sollten New Yorker ja eher die Franzosen lieben. Denn die haben den Amerikanern in Krieg gegen England beigestanden, New York die Freiheitsstatue geschenkt und den Kolonien etwas Kultur gebracht. Dennoch sind Franzosen im allgemeinen Memegebrauch schlicht und einfach douchebags: Rauchend, Deo-abstinent, creepy-sexy. Und dieser läscherlische Akzongt.

Engländer hingegen haben New York über Jahrzehnte ausgebeutet, nach der Revolution erobert und sogar das Weiße Haus angezündet. Trotzdem werden sie in New York begrüßt wie die Helden einer vergangenen Zeit. Ihr Akzent ist nicht albern, sondern kultiviert. Ihre Zähne sehen komisch aus, aber das macht sie nur authentisch. Überhaupt: Alles an ihnen ist uber. Reiche Londoner sind ubersnooty, arme Londoner sind uberedgy und Londoner Musiker sind aus Liverpool. Uber-Fucking-Liverpool.

Die Junior-Großmacht

Seien wir ehrlich: New York, der funkelnde, einzigartige Big Apple hat einen Minderwertigkeitskomplex. London war schließlich das New York des 19. Jahrhunderts. Sherlock Holmes, Jack the Ripper, die Queen und ihre Freunde. Scotland Yard war das große Vorbild für das NYPD, der Hyde Park war die Vision, nach der der Central Park strebte. Und was wird dort aufgeführt? Richtig: Shakespeare. England hat Sherlock, New York nur Elementary.

Wer kann also den New Yorkern besser Vorhaltungen machen als jemand wie John Oliver? Schließlich ist ihm der Zerfall einer Weltmacht in die DNA gegeben. Er kam über den Atlantik und entdeckte: Machen wir es einfach nochmal durch. Und lasst uns diesmal Spaß dabei haben.

Vielleicht ist das der wahre empire state of mind.

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