The Real Broke Girls Of New York

Als ich vor drei Jahren die erste Folge von Two Broke Girls sah, dachte ich das könne etwas sein. Eine Sitcom, die sich mit dem Leben in New York jenseits des Glamours beschäftigt, die Hipsterismus und Gentrifikation ironisch spiegelt und die Faszination New York jenseits von Friends und HIMYM neu entdeckt. Pustekuchen. Die in L.A. produzierte Sitcom entwickelte sich in kürzester Zeit in eine Ansammlung von Vaginawitzen und klebriger Ressentiments, die mit Brooklyn so viel zu tun hat wie Donald Trump mit tollen Haaren.

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Immerhin: Ich wusste plötzlich warum Andy Kaufman Sitcoms als schlimmste Kunstform gebrandmarkt hatte. Die Standardware ist organisierte Denkverweigerung. Guck mal, Asiaten sind klein. Die Frau hat große Brüste! Und die Fototapete sieht aus wie New York! Haha. Ha. Ha. Ha? Grauenhaft.

Ich hatte keine Ahnung, dass zur gleichen Zeit zwei jewesses, Rekruten der Upright Citizen Brigade, im echten Brooklyn gerade ihren Durchbruch hatten. Ilana Glazer und Abbi Jacobson hatten grade ihre zweite Staffel ihrer web series „Broad city“ abgedreht — und wie es der Zufall so ergab, lag ein Drehort des Finales grade in der Nachbarschaft von Amy Poehler. Die dürfte einigen als Star und Schöpferin von Parks and Recreation bekannt sein – oder auch als Freundin von Liz Lemon Tina Fey. Sie ist ein Aushängeschild des kommerziellen Improvisationstheaters und gut im Geschäft. Und so nahm alles seinen Lauf.

Ilana und Abbi hatten sich bei den Improvisationskursen kennengelernt und die Chemie stimmte. Sie stimmte so sehr, dass sie ein explosives Gemisch ergab. Impro-Kawumm. Die beiden schlagzeugspielenden Twenty-Somethings starteten ihre eigene Webserie. Und sie spannten nach und nach immer mehr Leute aus ihrem Umfeld ein. War der Ton in den ersten Folgen noch unerträglich, widmete sich wahrscheinlich ein freundlicher Geek dem Problem. Regie, Kamera, Musik, ein Vorspann. Bessere Skripte. Sie waren bereit für mehr. Und dank Amy Poehlers Hilfe kaufte Comedy Central die Show.

Zu behaupten, die unerfahrenen Newbies hätten mit einem basic cable budget die Comedy neu erfunden, ist natürlich albern. Aber diese fucking newbies haben die fucking comedy zurückgebracht. Sie sind profan, vulgär, bringen mehr verpixelte Nacktszenen unter, als es lustig ist. Aber sie haben Genie. Und sie leben tatsächlich in New York. Sie pendeln ständig zwischen Manhattan und Brooklyn statt sich im Whirlpool in L.A. nur zurückzuerinnern, welche Gags aus Friends mal wieder aufgewärmt werden könnten.

Selbstverständlich ist die Serie albern bis zur Schmerzgrenze. Und sie sind so Mainstream, dass einer der Charaktere flugs von einer NBC-Serie entführt wurde, um einer etablierteren Comedienne Authenzität zu verleihen. Aber bisher rocken die beide ihre Show. Und zeigen uns das echte New York. Durch einen Zerrspiegel, aber echt. Sie sind keine cool girls, die die Männer im Dutzend verzücken, sie sind Stoner, sie sind Versager und sie sind sich oft notgedrungen auch selbst genug. Was sie wieder cool macht. Irgendwie.

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