The Super is super

Es gibt zwei Klassen von Leuten in New York. Menschen, die in besseren Gebäuden leben, haben einen doorman. Der begrüßt sie, nimmt Pakete an und hält den Pöbel draußen. Und dann gibt es noch die anderen, die ihre Türe selbst aufschließen müssen. Aber einen Super haben sie alle.

By: Britta Frahm CC-BY 2.0

Den Job einfach mit „Hausmeister“ zu übersetzen, ist eine Untertreibung. Der Super — oder korrekterweise: der building superintendent — ist integraler Bestandteil jedes Gebäudes in New York, das etwas auf sich hält. Er hält die Abflüsse sauber, kassiert zuweilen die Miete, ist Helfer in der Not, Schlichter und zuweilen auch Diktator.

Don’t mess with the super

Gerade den letzten Punkt sollte man nicht ignorieren. Denn ein Super muss kein ausgebildeter Handwerker sein. Fast wie Taxifahrer ist „Super“ ein Job, den fast jeder angeln kann. Zum Beispiel ein ehemaliger Auftragskiller aus Südamerika. Falls der Gebäudebesitzer jemand ist, für den Gentrifizierung nicht einfach ein Prozess ist, den man einfach abwartet. Sondern eine business opportunity. Mieter loszuwerden ist bei geltender Mietpreisbindung ein lukratives Geschäft.

Gerade wer in Privatwohnungen übernachtet, sollte es vermeiden sich mit dem Super anzulegen. Allzu oft brauchen Heizungen oder Klimaanlagen alle zwei Wochen eine spezielle Mund-zu-Rohr-Beatmung. Schlösser können ausgetauscht werden. Und der Weg zum Luxusgut Nummer Eins für New Yorker Mieter — die Waschmaschine im gebäudeeigenem Waschraum — führt über den Super. Und wer will schon riskieren, dass die eigene Wohnung plötzlich gegen Bau- und Mietvorschriften verstößt und man sich eine ganz neue Bleibe suchen muss?

Deshalb gilt in New York eine Devise: Der Super ist super. Und er hat ein Trinkgeld verdient.

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